Sportflieger im Interview: „Wir sind für andere da“
Als Adjutant organisiert Nico das militärische Leben seines Kommandeurs. In seiner Freizeit pfeift der Oberleutnant als Schiedsrichter Fußballspiele und nutzt seinen Privatpilotenschein, den er bei der Bundeswehr erworben hat. Wie er spät noch Offizier wurde – und was ihn als Soldat motiviert.
Nico, wie bist du bei der Bundeswehr gelandet?
Wegen der Wehrpflicht habe ich mich bei der Bundeswehr beworben, außerdem auch bei der Polizei. Bei der Polizei wurde ich ebenfalls genommen, aber das Militärische, die Fliegerei, hat mich doch mehr interessiert. Und dann war ich Soldat auf Zeit für vier Jahre, um mir das alles mal anzuschauen. Während meines Dienstes habe ich eine weitere Ausbildung zum Fotografen gemacht und war für die technische Betreuung und Auswertung der Flugeinsätze beim Waffensystem Tornado zuständig. Ein Teil des Ganzen zu sein, hat mir so gefallen, dass ich gleich gesagt habe: ‚Ich möchte das länger machen.‘ Das sind jetzt 32 Jahre – und durch meine Motivation und die Unterstützung meiner Vorgesetzten habe ich sogar noch den Sprung in die Offizierslaufbahn geschafft.
Heute bist du Adjutant. Was sind deine Aufgaben?
Als Adjutant halte ich dem General den Rücken frei, damit er sich auf seine eigentlichen Entscheidungen konzentrieren kann. Ich organisiere sein militärisches Leben: vor dem Dienst, nach dem Dienst, während des Dienstes – die ganzen Termine, die wir besuchen, genauso wie die Termine, die wir auswärts haben. Dazu kommen Hotel- und Flugbuchungen, Hubschrauber organisieren und die Abstimmung der Agenda mit den jeweiligen Gesprächspartnern.
Was hat dir die Bundeswehr mitgegeben?
Durch die vielen Afghanistan-Aufenthalte und die Einsätze lernt man das Leben in Deutschland zu schätzen. Wenn man zurückkommt und merkt, dass das größte Problem plötzlich ein Dosenpfand ist, dann denkt man: Uns geht es gut. Dem Land, das uns so viel gibt, etwas zurückzugeben, ist auch mit mein Antrieb, jeden Tag zum Dienst zu gehen. Außerdem hat sich die Fliegerei als echtes Hobby entwickelt: Bei der Bundeswehr-Sportfluggruppe habe ich meinen Privatpilotenschein gemacht. Die Bundeswehr ist ein Ort, an dem man sich fachlich und persönlich entwickeln kann. Genau das zeigt auch der Veteranentag. Ich wünsche mir, dass er für eine höhere Akzeptanz der Bundeswehr sorgt. Dass gesehen wird: Wir sind ganz normale Menschen, auch wenn wir Uniform tragen. Und wir sind für andere da.