Zwischen Reserve und THW: „Ich habe gelernt, sofort zu reagieren“
Mario, Stabsunteroffizier bei der Luftwaffe, kehrte der Bundeswehr nach herausfordernden Auslandseinsätzen zunächst den Rücken. Seine Erfahrungen mit Krisensituationen nutzt er beim THW – und ist als Reservist beim Lufttransportgeschwader inzwischen zur Bundeswehr zurückgekehrt.
Mario, wie bist du von der Panzeraufklärung zum Lufttransportgeschwader gekommen?
Ich wurde viermal gemustert, bis ich zum Grundwehrdienst kam. Dort begann ich bei der Artillerie, wechselte zu den Panzern und schließlich zu den Aufklärern. Von 1996 bis 2002 war ich Soldat auf Zeit mit mehreren Auslandseinsätzen. Als ich wieder zu Hause war, war es schwierig. Niemand kann etwas mit dir anfangen, wenn du einsatzgeschädigt bist. Hatte ich die Uniform wieder an, holte mich alles ein. Deswegen habe ich sie ausgezogen. Nach 18 Jahren, in denen ich nicht bei der Bundeswehr aktiv war, machte ich 2020 dann meine erste Reserveübung beim Panzerbataillon, jetzt bin ich beim Lufttransportgeschwader – zehn Monate Dienst, zwei Monate zu Hause. Seitdem bin ich ausgeglichener.
Wie hat die Zeit bei der Bundeswehr dich geprägt?
Aus dem Dienst habe ich eine starke Loyalität zur Aufgabe mitgenommen, die fast an Perfektion grenzt – das prägt jede Kampfeinheit. Und ich habe dort erfahren, wie man führt. Führung bedeutet für mich klare Kommunikation in beide Richtungen, schnelle Lagebeurteilung und Lösungsfindung. Im Einsatz habe ich gelernt, sofort zu reagieren. Auch als Zugführer beim Technischen Hilfswerk (THW) setze ich das um. Ob Überschwemmungen, Hausbrände oder Explosionen – ich passe mich schnell an neue Situationen an. Mein Ausgleich ist Motorradfahren und Marschieren. Dieses Jahr sind wir zum Beispiel bis nach Frankreich marschiert.
Was sollten junge Menschen über die Bundeswehr wissen?
Als junger Mensch hat man die Möglichkeit, diese veränderte Bundeswehr mitzuprägen. Wir sind gerade in einem großen Umbruch. Wenn die schulischen Voraussetzungen stimmen, bietet die Bundeswehr die größten Aufstiegsmöglichkeiten, die man überhaupt haben kann. Sie fördert und fordert, bereitet auf die freie Wirtschaft vor. Es geht nicht nur um Krieg: Die Welt ist klein geworden. Deswegen verteidigen wir unsere Freiheit auch in der Ferne. Wir gehören in die Mitte der Gesellschaft. Ich als Soldat schränke meine Freiheit ein, damit andere frei leben können. Der Veteranentag schafft Wertschätzung und Sichtbarkeit für alle, die sich für diesen Beruf und Lebensweg entscheiden.