Ein Soldat im Porträt

Selbstvertrauen und Hilfsbereitschaft: „Jeder Dienst wird wertgeschätzt“

Kim ist Oberstabsgefreiter bei der Marine und leidenschaftlicher Gamer. Warum er Deutschland etwas zurückgeben möchte – und wie die Amtshilfe der Bundeswehr sein eigenes soziales Gewissen gestärkt hat.

Warum hast du dich für den freiwilligen Wehrdienst entschieden – und warum bist du auch danach bei der Bundeswehr geblieben?

Ich habe von meinem ältesten Bruder, der noch zu Zeiten der Wehrpflicht bei der Bundeswehr war, viel mitbekommen. Mein Ursprungsgedanke war aber ein persönlicher: Ich wollte etwas zurückgeben an das Land, das meine Eltern als Flüchtlinge aus Thailand beziehungsweise Laos gut aufgenommen hat. Sie wurden integriert, haben ein neues Zuhause gefunden. Ich wollte mich einfach bei meiner Heimat bedanken. Während meines freiwilligen Wehrdienstes habe ich die Bundeswehr dann liebgewonnen und konnte mir im zivilen Bereich plötzlich nichts anderes mehr vorstellen. Heute bin ich Oberstabsgefreiter im Sicherheitsdienst der Marine.

Was hast du als Privatperson bei der Bundeswehr mitgenommen?

Kameradschaft – aber auch eine völlig andere Einstellung zu Zivilcourage. Das merke ich oft, wenn ich mit Kameraden zum Beispiel am Bahnhof stehe: Die Hilfsbereitschaft gegenüber älteren oder körperlich eingeschränkten Personen ist einfach größer. Dieses Bewusstsein, an andere zu denken, ist größer. Auch die Hemmschwelle, zu helfen, ist gesunken – und das Selbstvertrauen gewachsen. Das kam schon vom Dienst her: Wir haben ja als Soldaten in der Corona-Zeit viel Amtshilfe geleistet, hatten viel mit der älteren Bevölkerung zu tun – sei es, Menschen mit Behinderungen über den Bus- oder Bahnsteig zu helfen. So etwas prägt.

Was bedeutet dir der Veteranentag?

Ich bin froh darüber, dass es diesen Tag gibt – um Wertschätzung, Respekt und Anerkennung gegenüber der Bundeswehr und den Veteranen zu zeigen. Es gibt gerade von der Wehrpflichtzeit noch ganz viele Reservisten und andere Veteraninnen und Veteranen, die ihrem privaten Umfeld gar nichts davon erzählen. Da finde ich es umso besser, dass man diesen Menschen im Nachgang noch die Aufmerksamkeit gibt und sich bedankt. Das gilt für alle Veteraninnen und Veteranen, die diese Anerkennung nicht täglich bekommen. Der Tag zeigt ihnen: Sie sind nicht allein. Jeder Dienst wird wertgeschätzt.

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