„Uns standen allen die Tränen in den Augen“
Im Bataillon Elektronische Kampfführung arbeitet Anne, Kapitänleutnant, als Informationssicherheitsbeauftragte – und lernt nach über 20 Jahren noch jeden Tag dazu.
Anne, wie bist du zur Bundeswehr gekommen?
Die Bundeswehr war damals eine Alternative zu diversen Ausbildungsberufen. Ich wollte Stewardess werden oder etwas im Bereich Medien machen, habe ganz viele Bewerbungen geschrieben. Irgendwann hat mein Papa gesagt: ‚Hier schau mal, seit kurzem können doch jetzt auch Frauen zur Bundeswehr gehen, wäre das nicht was für dich?‘ Dann sind wir zum Wehrdienstberater gegangen und ich habe direkt meine Bewerbung abgegeben.
Warum gehst du gern zur Arbeit – und wie beeinflusst sie dich als Privatperson?
Ich mag meine Arbeit, weil ich gern mit den Menschen zusammenarbeite. Und auch, weil ich so gut wie jeden Tag etwas Neues dazulerne. Die Informationssicherheit ist ja ein riesengroßes Themenfeld. Klar beeinflusst mich mein Job auch privat. Ich weiß gar nicht, ob ich die Privatperson Anne und die Soldatin Anne überhaupt noch strikt trennen kann. Gerade auch aufgrund der Tatsache, dass mein Mann ebenfalls Soldat ist. Wir sind halt eine Soldatenfamilie. Und Werte, die ich auf alle Fälle bei meiner täglichen Arbeit mitnehme, sind Loyalität, Ehrlichkeit und Pflichtbewusstsein.
Wie war der Moment für dich, als die Einführung des Veteranentags beschlossen wurde?
Ich habe damals mit einer kleinen Gruppe Soldaten oben auf der Ehrentribüne im Bundestag gesessen, als die Entscheidung getroffen wurde. Uns standen allen die Tränen in den Augen, weil wir das natürlich mit Begeisterung aufgenommen haben. Gänsehaut pur! Wünschen würde ich mir, dass der Veteranentag mehr Zivilisten anlockt, die grundsätzlich mit der Bundeswehr gar nichts zu tun haben und dann sagen: ‚Das gucke ich mir mal an!‘ Dass sie vielleicht entdecken, dass wir vielfältig sind, Gleichstellung bei uns großgeschrieben wird und man hier einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten kann.