Arbeiten auf hoher See: „Suche nicht das Problem – suche die Lösung!“
Auf einem U-Boot arbeiten? Für Martin, Obermaat der Reserve, ein Jugendtraum. Bei der Marine hat sich der Umsatzsteuer-Sonderprüfer diesen Traum erfüllt. Was ihn an diesem außergewöhnlichen Arbeitsort gereizt hat – und wie seine Dienstzeit ihn bis heute prägt.
Martin, was hat dich ursprünglich zur Bundeswehr geführt?
Als Jugendlicher habe ich den Film „Das Boot“ geguckt. Und war fasziniert vom U-Boot-Fahren. Jung verliebt, wie ich war, habe ich nach der Schule dann erst mal eine Banklehre gemacht, um in Süddeutschland zu bleiben. Dabei hatte ich aber immer im Hinterkopf: Ich will zur Bundeswehr. Und bin dann auch zur Bundeswehr gegangen – nach Norddeutschland, also 960 Kilometer einfach mal in die andere Richtung, um mir diesen Jugendtraum zu erfüllen.
Du warst zwölf Jahre bei der Marine. Was waren deine Aufgaben auf dem U-Boot?
Als Sonarmaat war ich zuständig für Unterwasser-Ortung und -Lagebildaufbau, für alles, was Waffentechnik anging. Hatte zusätzlich noch die Aufgabe ‚Schmadding‘, das heißt, ich habe mich um alles gekümmert, was an Versorgungsgütern, wie zum Beispiel Putzmitteln, anfiel. Dazu Ausguck, Oberdecksfahrer, Taucher und Hilfskoch. Über einen längeren Zeitraum habe dann auch an Bord gekocht. Weil es auf U-Booten wenig Personal gibt, ist man vielseitig einsetzbar. Dadurch hat der Einzelne viele Tätigkeiten, was sehr interessant ist.
Was hat dir die Bundeswehr fürs Leben mitgegeben – und was erhoffst du dir vom Veteranentag?
Schlechte Angewohnheiten wie schnelles Essen. Gute Angewohnheiten, die ich davor schon teilweise hatte: Pünktlichkeit und Sauberkeit. Und auch der Ansatz: Wenn irgendwas nicht funktioniert, suche nicht das Problem, sondern die Lösung. Mit diesem Pragmatismus lässt es sich sehr gut leben, weil man sich in der heutigen Zeit immer viel zu viele Gedanken macht. Und ich habe gelernt: Nicht lang drüber nachdenken, mach einfach! Und wenn du es gemacht hast, steh dazu. Genau das passt für mich auch zum Veteranentag: Da geht es darum, sichtbar zu machen, was Menschen in der Bundeswehr leisten und geleistet haben, und einfach mal miteinander zu reden. Das bringt so viel.