Ein Soldat im Porträt

„Bei der Bundeswehr bin ich viel sportlicher geworden“

Vom Heimatschutz zum Truppenarzt und Rettungsmediziner im Sanitätsbereich – so schaffte es Anästhesist Daniel als Oberstabsarzt der Reserve zur Bundeswehr.

Daniel, bis zum Oberstabsarzt war es ein langer Weg. Erzähl doch mal.

Mit 18 wurde ich ausgemustert, das Militär interessierte mich damals auch nicht. Weil mir mein Job als Metzger zu eintönig war, habe ich ein freiwilliges soziales Jahr im Rettungsdienst gemacht. Dort ist dann der Wunsch gereift, Arzt zu werden. Ich habe also Mittlere Reife und Abitur nachgeholt und Medizin studiert. Mit 25, 26 sah ich die gesellschaftliche Relevanz, mich zu engagieren – vor allem durch die politischen Entwicklungen in Europa. Ich wollte etwas zurückgeben für unser tolles Bildungssystem in diesem freiheitlichen Staat. 2019 startete meine Ausbildung für Ungediente, dann war ich im Heimatschutz als Wach- und Sicherungssoldat und habe mich parallel als Sanitätsoffizier der Reserve beworben. Als das durchging, hatte ich drei Jahre Berufserfahrung als Arzt und wurde direkt als Oberstabsarzt in den Sanitätsdienst umbeordert. Und da bin ich jetzt.

Gibt es ein spezielles Interesse, das aus deinem Dienst entstanden ist?

Wandern. Seitdem ich mich für die Bundeswehr interessiere, bin ich sportlicher geworden. Davor war ich viel verkopfter. Als ich zum Beispiel die Schule nachgeholt habe, habe ich fast gar keinen Sport gemacht. Für mich aus heutiger Sicht verschwendete Zeit, wenn ich an meine körperliche Belastbarkeit denke. Aber seit ich bei der Bundeswehr bin und diese dort so wichtig ist, mache ich viel Kraftsport, gehe oft laufen. Das macht mir sehr viel Spaß. Und das Marschieren ist für mich tatsächlich auch ein guter Ausgleich.

Was möchtest du Menschen ohne Bundeswehrbezug über Veteraninnen und Veteranen sagen?

Vor allem: Wir sind ganz normale Menschen. Diesen Satz hört man zwar oft, aber die Wahrnehmung ist meist eine andere. Mir ging’s selbst so, bevor ich bei der Bundeswehr war. Doch am Ende stecken da einfach Menschen mit eigener Geschichte drin, mit guten Werten, die für eine gemeinsame Sache kämpfen und für etwas Gesamtgesellschaftliches stehen. Darüber sollte man sich bewusst sein, statt die Menschen von vornherein abzulehnen. Mein Wunsch für den Veteranentag: dass die Leute offen zu den Infoständen gehen und sich austauschen. Mehr über die anderen zu wissen, hilft oft, einander näherzukommen! 

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