„In jeder Uniform steckt ein Mensch“
Seit 21 Jahren fliegt Christopher als Pilot bei der Luftwaffe für die Bundeswehr. Er gibt sein Know-how außerdem als Ausbilder und Trainer weiter.
Christopher, wie kamst du zur Bundeswehr und zur Fliegerei?
Es war die Wehrpflichtzeit – da hab‘ ich mir gar nicht groß Gedanken gemacht, ob Bundeswehr oder Sozialdienst. Ein Kumpel im Grundwehrdienst wollte Pilot werden. Das fand ich so spannend, dass ich mich da auch beworben habe – obwohl ich ursprünglich nicht damit gerechnet habe, länger bei der Bundeswehr zu bleiben. Zwei Jahre später war ich durch die Auswahlverfahren durch und in der Laufbahn. Das hat mich motiviert, bei der Bundeswehr zu bleiben. Sonst hatte ich mit Fliegerei nicht viel am Hut: Ich habe nur mal als Kind mit meinem Vater ein Modellflugzeug gebaut – das ist aber beim Jungfernflug abgestürzt.
Hat dich dein Pilotenjob über die zwei Jahrzehnte hinweg persönlich geformt?
Es ist kein Beruf wie jeder andere, wo um 17 Uhr Feierabend ist und man den Kopf dann komplett ausschalten kann – der Job begleitet einen ständig. Aber meine Familie gibt mir Rückhalt und macht den Kopf wieder frei. Ich kann sagen, dass ich deutlich gelassener geworden bin durch den Beruf, der ein angespanntes Umfeld mit einem gewissen Chaos und Risiko mit sich bringt. Das nehme ich mit in den Alltag: ruhig und gelassen an die Dinge rangehen. Zeit schätze ich auch mehr und versuche, die Freizeit effektiv mit der Familie zu nutzen.
Was bedeutet dir der Veteranentag und welche Botschaft hast du für die Gesellschaft?
Ich finde es schön, dass es diesen Tag gibt, der Anerkennung und Wertschätzung für den Soldatenberuf mit sich bringt. Spannender und wichtiger ist aber, dass man den Leuten ein Gesicht gibt: In jeder Uniform steckt ein Mensch mit Familie, Freunden, Hobbys und eigener Geschichte. Der Veteranentag macht das transparent und setzt es in den Fokus. Für dieses Jahr wünsche ich mir ein freundliches, offenes Miteinander.