Veteran im Interview: „Ich konnte viele Freiheiten genießen“
Für Peer war schon vor dem Abitur klar: Er will freiwillig Wehrdienst leisten. Bei der Panzertruppenschule in Munster bereitet er als Obergefreiter den Tag der Bundeswehr vor. Für ihn ist sein Dienst vor allem eins: ein Einsatz für die Demokratie und die Freiheit, die alle Menschen in Deutschland jeden Tag genießen.
Peer, warum bist du nach der Schule zur Bundeswehr gegangen?
Das hatte verschiedene Gründe. Der erste Impuls war: Ich möchte nach der Schule nicht direkt mit dem Studium anfangen. Dann war da der Gedanke, dass ich während meiner Schulzeit viele Freiheiten genießen konnte. Ich war an einer Schule, die extrem offen für alles ist und sich für Freiheit und Gleichheit einsetzt, zum Beispiel am Christopher Street Day oder beim Holocaust-Gedenklauf. Dieses Engagement für die freiheitlich-demokratische Grundordnung wollte ich weiterführen. Und außerdem wollte ich nach der Schule erstmal rauskommen, mehr sehen als mein kleines Städtchen Oldenburg. Dass es anstrengend werden würde, war mir klar. Aber was man – auch durch die psychische Härte – an Selbstvertrauen dazugewinnt, ist einfach unvergleichlich.
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Meine Kaserne ist die Panzertruppenschule, dort bin ich im Bereich Zentrale Aufgaben im Stabszug eingesetzt. Schwerpunktaufgabe ist für mich gerade im Bereich Besuchermanagement für den Tag der Bundeswehr am 6. Juni. Da gibt es die Unterpunkte Verkehrsführung, Guides, Infostände. Das sind so die Hauptaspekte, auf die wir uns gerade fokussieren. Vor allem geht es bei mir um die Verkehrsführung. Dafür gucken wir uns Karten mit den verschiedenen Parkflächen an und gehen jede mögliche Route ab. Wir schauen, wie wir den Verkehr lenken, wo wir Straßensperren setzen und wie wir alles so ausschildern, dass die Besucher die Parkflächen auch finden.
Was bedeutet dir der Veteranentag?
Seit ich gelernt habe, was es heißt, zu dienen, finde ich diesen Tag unfassbar wichtig. Ich finde, jeder Veteran sollte sich an diesem Tag geehrt fühlen und endlich den Respekt bekommen, den er verdient. Davon sollten sich alle Veteraninnen und Veteranen angesprochen fühlen – nicht nur die, die im Einsatz waren. Denn jeder Soldat hat diese Anerkennung verdient. Ich wünsche mir einfach, dass es ein positives Miteinander gibt, wo die Gesellschaft auch mal danke sagt.